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Eine Lüftungsanlage mit effizienter Wärmerückgewinnung ist in einem Passivhaus unverzichtbar, da der Lüftungsbedarf minimiert, jedoch zeitgleich der benötigte Luftwechsel gewährleistet sein muss. Bei ihr handelt es sich um die Zentrale bezüglich Frischluft- und Wärmeversorgung. Lüftungsanlagen haben die Aufgabe, den hygienisch erforderlichen Luftaustausch bei minimalem Energieaufwand und maximaler Wärmerückgewinnung zu gewährleisten. Dabei darf die Behaglichkeit für die Nutzer nicht eingeschränkt werden. Voraussetzungen sind eine, wie bereits erwähnte, luftdichte Gebäudehülle und die Gewährleistung der Luftdurchströmung innerhalb der gesamten Nutzungseinheit.
Über einen Filter angesaugte Frischluft wird in einer konstanten Menge zum Zentralgerät der Lüftungsanlage befördert. Die Abluft, die aus Bereichen wie Badezimmer oder Küche abgesaugt wird, erreicht zeitgleich das Lüftungsgerät. Im Wärmetauscher des Lüftungsgerätes wird der durchströmenden Abluft die Wärmeenergie entzogen und auf die einströmende Frischluft, ohne dass eine Vermischung der Luftströme stattfindet, übertragen. Durch die Trennung der Luftströme ist eine Übertragung von Gerüchen oder verbrauchter Luft nicht möglich. Außerdem verhindert ein Filter vor dem Wärmetauscher, dass sich Schmutz- oder Staubpartikel absetzen können. Die erwärmte und gefilterte Frischluft wird in den Wohnbereichen wie Wohn- und Schlafzimmer als sogenannte Zuluft eingebracht. Der in die Zuluftbereiche eingebrachte Luftvolumenstrom liefert eine zuvor errechnete und eingestellte Luftmenge, die zu einer optimalen Raumluftqualität führt. Dies erübrigt eine Fensterlüftung, welche unter anderem hohe Wärmeenergieverluste mit sich bringen würde.
Der Wärmetauscher eines Lüftungsgerätes sollte einen hohen Wirkungsgrad haben, um der abgesaugten Abluft effizient die Wärmeenergie entziehen zu können. Der Wärmerückgewinnungsgrad des Lüftungsgerätes sollte ≥ 75% sein, ansonsten werden die Anforderungen der Energieeffizienz nicht erfüllt und das Passivhaus funktioniert nicht. Je höher die WRG ist, desto effizienter wird die Wärmeenergie des Gebäudes genutzt. Üblich sind derzeit Geräte mit einem Wirkungsgrad bis etwa 96%.
Des Weiteren werden gute Voraussetzungen bezüglich Dämmung, Leckagen und des Ventilatorstroms benötigt um hoch effiziente WRG zu erzielen. Voraussetzungen sind:
- Die Wärmedämmung des Lüftungsgerätes sollte einen geringen U-Wert haben, optimal ist ein Wert von 0,5 W/m2K. Die Wärme würde ansonsten in die Umgebung abgegeben und den effektiven Wärmebereitstellungsgrad verschlechtern.
- Die WRG-Systeme sollten, um energieeffizient zu arbeiten und die Luftqualität zu erhalten, nur geringste Leckagen von ≤ 3% aufweisen
- Das Lüftungsgerät sollte mit einer guten Regelbarkeit, d.h. mit mindestens 3 Stufen (Grund-, Standard- und Stoßlüftung) und einer Ausschaltung ausgestattet sein. Integrierte Programme, die z.B. selbständig nach einem bestimmten Zeitraum von einer Stoßlüftung in die Grundlüftung zurückschalten sind zu empfehlen.
- Das Verhältnis der Zu- und Abluftmenge darf in keiner Lüftungsphase unausgeglichen sein, da ansonsten ein Über- bzw. Unterdruck innerhalb des Hauses entstehen könnte.
- Bei einer Lüftungsanlage ohne EWT müssen Vereisungen vermieden werden. Eine vor die Anlage geschaltete Defrosterheizung verhindert die Vereisung der Frischluft und die Balance des Systems wird erhalten. Verzichtet man auf einen Defroster und wird zur Enteisung die Zuluft abgeschaltet, so kommt es zu einem Unterdruck im Gebäudeinneren, welcher kalte Außenluft durch die Gebäudehülle infiltriert. Dabei kann die Heizlast auf ein 3- bis 5-faches erhöht werden.
- Befindet sich die Lüftungsanlage im Standardbetrieb, so darf der Schalldruckpegel ≤35 dB(A) sein. Strengere Anforderungen gelten für die Lüftungsleitungen, welche später aufgeführt werden.
- Die Lüftungsanlage im Passivhaus sollte bereits im Vorfeld genau geplant werden, um sie individuell auf verschiedene Kriterien abzustimmen.
Da der vorhandene Luftvolumenstrom den Gegebenheiten der Nutzerbedingungen angepasst sein sollte, gilt es diesen zu ermitteln, was in der Regel nach folgenden Kriterien geschieht:
- 30 m3/h Zuluft pro Person (mögliche Bewohner)
- mindestens 0,3 Luftwechsel pro Stunde
- spezifische Abluftbedingungen für Funktionsräume
- Küchen (ca 40-60 m3/h) - Bäder ca (40 m3/h) - WC, Vorrat oder ähnliches ca. (20 m3/h)
Zuluftmengen können je nach Nutzungsverhalten unterschiedlich hoch eingestellt werden, so dass Räume mit einer hohen Aufenthaltsdauer durch Standardlüftung versorgt und Räume mit niedriger Belegung durch Grundlüftung versorgt werden. Die Regelbarkeit funktioniert hier über in den Zuluftkanal eingebaute Regelklappen.
Um die Luft in das Gebäude ein- und ausführen zu können, bedarf es Außenluft- und Fortluftdurchführungen, die an unterschiedlichen Bereichen der Gebäudehülle vorgenommen werden können. Relevant für die Bereiche sind bauliche Gegebenheiten, sowie der Ort an dem das Lüftungsgerät installiert werden soll.
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